protekt 2026: Kritische Infrastrukturen schützen – Sicherheit beginnt beim Betreiber

10. und 11. November 2026 | Kongresshalle am Zoo, Leipzig

Die Bedrohungen für Kritische Infrastrukturen nehmen zu. Sabotage, Cyberangriffe, unbefugtes Eindringen und gezielte Störungen stellen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen vor immer größere Herausforderungen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an den Schutz und die Widerstandsfähigkeit dieser Einrichtungen.

Mit diesen Themen beschäftigt sich die protekt 2026, der Leitkongress für den Schutz Kritischer Infrastrukturen, am 10. und 11. November in Leipzig.

Sicherheit ist mehr als Technik

Wenn über den Schutz Kritischer Infrastrukturen gesprochen wird, stehen häufig technische Lösungen im Vordergrund. Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Einbruchmeldeanlagen und IT-Sicherheit sind wichtige Bestandteile eines Sicherheitskonzepts.

Doch Technik allein schafft noch keine Sicherheit.

Entscheidend ist das Zusammenspiel von baulichen, technischen, organisatorischen und personellen Maßnahmen. Vor allem muss klar sein, welche Bereiche und Betriebsabläufe besonders schutzbedürftig sind und welche Folgen ein Ausfall hätte.

Ein Beispiel: Eine Wasserversorgung kann über eine moderne Zutrittskontrolle und Videoüberwachung verfügen. Wenn jedoch nicht eindeutig geregelt ist, wer bei einem Alarm reagiert, wer Entscheidungen trifft und welche Maßnahmen eingeleitet werden müssen, bleibt eine entscheidende Sicherheitslücke bestehen.

Der Betreiber muss wissen, was geschützt werden soll

Ein wichtiger Punkt wird bei der Planung und Modernisierung von Gebäuden häufig unterschätzt: Die Verantwortung für die Sicherheitsanforderungen liegt zunächst beim Nutzer beziehungsweise Betreiber.

Architekten und Fachplaner können technische und bauliche Lösungen entwickeln. Welche Betriebsprozesse besonders sensibel sind, welche Risiken bestehen und welche Bereiche einen erhöhten Schutz benötigen, kann jedoch nur gemeinsam mit dem Nutzer und Betreiber ermittelt werden.

Deshalb sollten Sicherheitsanalysen und Sicherheitskonzepte möglichst frühzeitig in die Planung einfließen.

Dabei geht es nicht allein um den Schutz eines Gebäudes, sondern insbesondere um die Menschen, die Betriebsabläufe und die Aufrechterhaltung wichtiger Dienstleistungen.

KRITIS-Dachgesetz: Physische Sicherheit gewinnt an Bedeutung

Mit dem im März 2026 in Kraft getretenen KRITIS-Dachgesetz erhält die physische Widerstandsfähigkeit Kritischer Infrastrukturen einen verbindlicheren gesetzlichen Rahmen.

Für die betroffenen Betreiber bedeutet dies, sich systematisch mit möglichen Gefährdungen, der Vorsorge und der Handlungsfähigkeit bei Sicherheitsvorfällen auseinanderzusetzen. Die weitere Konkretisierung einzelner Anforderungen durch Rechtsverordnungen steht noch aus.

Unabhängig von gesetzlichen Fristen sollten Betreiber ihre vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen deshalb bereits heute kritisch hinterfragen.

  • Sind die tatsächlichen Gefährdungen bekannt und bewertet?

  • Sind besonders sensible Bereiche ausreichend geschützt?

  • Passen die Sicherheitsmaßnahmen zu den betrieblichen Abläufen?

  • Sind Verantwortlichkeiten, Alarmierungswege und Reaktionen eindeutig geregelt?

  • Kann der Betrieb auch bei einer erheblichen Störung aufrechterhalten werden?

Diese Fragen betreffen nicht nur große Energieversorger oder Verkehrsunternehmen, sondern ebenso Krankenhäuser, Wasserversorger und zahlreiche weitere Einrichtungen.

protekt 2026: Erfahrungsaustausch und neue Perspektiven

Die protekt bietet eine wichtige Plattform, um aktuelle Bedrohungen, neue gesetzliche Anforderungen und praktische Lösungsansätze gemeinsam zu diskutieren.

Besonders wertvoll ist dabei der Austausch zwischen Betreibern, Behörden, Sicherheitsverantwortlichen, Planern und unabhängigen Sicherheitsexperten.

Denn wirksame Sicherheitskonzepte entstehen nicht durch die bloße Auswahl einzelner Produkte. Sie entstehen durch das Verständnis der Risiken, der betrieblichen Anforderungen und der notwendigen Schutzmaßnahmen.

Fazit: Sicherheit beginnt mit der richtigen Fragestellung

Die entscheidende Frage lautet nicht: Welche Sicherheitstechnik benötigen wir?

Sie lautet vielmehr: Was müssen wir schützen, vor welchen Gefahren und mit welchem Schutzziel?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lassen sich sinnvolle und wirtschaftlich angemessene Sicherheitsmaßnahmen entwickeln.

Die protekt 2026 bietet eine gute Gelegenheit, genau darüber zu diskutieren und neue Impulse für den Schutz Kritischer Infrastrukturen zu gewinnen.

Weitere Informationen zum Kongress:
https://www.protekt.de/de/